Drama Queens und Befindlichkeiten


Benjamin spielt die Rolle eines Hip-Hop Stars. Er kam mit dem Double B an, inspiriert von Double G, einem Rapp-Star, den alle Kinder kennen. Tamsen, mein Helfer und ich googeln GG (ein Gangster-Rapper, der einen Song für Kids drauf hat) und lachen über die Kids, die rappen als gebe es kein Morgen. Amüsieren uns über Benjamin und seine Sprüche: „You can walk the walk, but I can talk the talk…”

 

 

 Benjamin, ist brillant, wenn er seine Rolle spielt, hat es drauf, zeigt die richtige Körperhaltung.

 

 

Aber nach jeder Probe sagt er: Nein, ich will das nicht mehr spielen. Kann ich morgen bitte den Dieb spielen? Ich sehe Angst und Lampenfieber in seinen Augen. Wie kann ich diese ihm nehmen? Wenn er wüsste, dass ich mich nach jedem meiner Auftritte genauso fühle…Vielleicht sollte ich Benjamin erklären, dass diese Angst zum Schauspielerdasein dazu gehört?

 

 

Cecilia spielt eine Diebin, (Robber- sagt man hier dazu) sie ist schnell und clever und die Art, wie sie spricht- unschlagbar. Ihre Körperhaltung überzeugt, jeder Handgriff sitzt.

 

 

Geraldine spielt Police Inspector Rio. Mit ihrer ruhigen Art kann sie sehr streng wirken, wenn sie einen draufsetzt.

 

 

Michael spielt die Rolle des Prince Michael II. Michael kann nicht böse gucken, er hat immer ein Lächeln im Gesicht. Eine Herausforderung für ihn dem Rapper BB die Stirn zu bieten.

 

 

Die Girls Victoria und Hendrina spielen Tänzerinnen und Daisy überzeugt als Farmer…sie hat genau die richtige Sprechweise drauf und ihr Auftreten ist lässig.

 

 

Mitte der Woche wird es Mal wieder chaotisch. Befindlichkeiten machen sich breit. Zänkereien, Aufmerksamkeitsdefizite und Drama-Queens und –Kings nehmen die Bühne in Beschlag. Ich nehme Benjamin zur Seite, erkläre ihm, dass Lampenfieber dazugehört. Gebe ihm eine Motivationspeech zum Thema Angst und Lampenfieber.

 

 

Versuche, die Mädels aufzubauen, aber an diesem Tag hat keiner Lust.

 

 

Wir wollen doch eine Aufführung hinbekommen? Eine zehnminütige Szene, klappt das? Am nächsten Tag wollen die Kids eine andere Szene improvisieren, keine Lust mehr auf Hip-Hop-Stars und deren Probleme. Einen Tanzwettbewerb mit Streit und großem Drama soll es stattdessen sein.

 

 Tanzen geht immer, das hab ich schon festgestellt. Also improvisieren wir- die Mädels sind super und machen ihre Akrobatiknummer: Spagat und Sprünge. Dennoch- tausend Mal erkläre ich den kleinen Schauspielern, dass sie bitte nicht aus ihrer Rolle fallen sollen, wenn sie auf der Bühne sind. Diskutieren können wir später. Und warum muss ich eigentlich hundert Mal erwähnen, dass man nicht mit dem Rücken zum Publikum stehen soll? Ich atme tief durch. Es ist Donnerstag und ich frage mich, ob wir unseren kleinen Auftritt hinbekommen werden…am Freitag- für ein ausgewähltes kleines Publikum. Hauptsächlich Volunteers, und ein paar wenige Kids.

 

 

 

Freitag: Generalprobe läuft chaotisch. Dennoch wollen alle der Schauspieler unbedingt zeigen was sie können. Schuluniformen wurden gegen Sonnenbrillen und coole Kleidung ausgetauscht. Nach zwei chaotisch-lauten Probedurchläufen bin ich selbst mit den Nerven etwas fertig. Zum Glück hab ich Tamsen dabei, er gibt den Kids eine Motivationspeech und meint, er will es unbedingt schaffen...Den Auftritt. Okay. Wir ziehen das durch

 

 

Vor einem kleinen Publikum im großen Klassenzimmer zeigen die Schauspieler ihre einstudierte Impro-Szene. Ich staune. Ja, sie haben uns anscheinend zugehört, keiner dreht dem Publikum den Rücken zu, alle konzentrieren sich. Wer hätte das gedacht: Sobald Publikum da ist, sind die Kids wie ausgewechselt.

 

 

Die Szene, inklusive Tanz, Akrobatik, Bühnenkampf und Happy End bekommt ihren verdienten Applaus. Yes, Ja! Eine erfolgreiche dritte Schauspiel-Woche geht zu Ende.

 

 

 

 

 

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