Santa Clause is coming to Town…ship

Marybeth, die Leiterin des BNC, kann sich noch gut an die Workshops vom vergangenen Jahr erinnern und freut sich, dass ich in diesem Jahr diese auch wieder anbieten werde. Und ich darf selbst auch in eine Rolle schlüpfen: Am Ende der ersten Workshopwoche, kurz vor Weihnachten, spiele ich Nikolaus für die Kinder.

150 Kinder kommen täglich nach der Schule in die Nachmittagsbetreuung des BNC. Jetzt sind es ungefähr vierzig. Marybeth hat geöffnet, damit die Kids, die nicht in ihre Dörfer reisen, weiterhin eine Anlaufstelle haben. Das Zentrum ist für seine gute Führung bekannt, hier lernen die Kinder Manieren und Regeln. Nach der Schule gibt es ein Mittagessen und zwei Stunden Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung. In den Ferien fällt die Nachhilfe aus, stattdessen ist Theater angesagt.

Die Woche beginnt mit Theater-Workshops, die ich anbiete. Anhand von Improvisations-Übungen soll sich ein Ensemble herauskristallisieren, um eine Performance auf die Beine zu stellen. Ab dem 2. Januar wird eine lokale Schauspielerin mit mir kommen, um das Stück zu erarbeiten. Mir ist es wichtig, mit Einheimischen zu arbeiten, die andere Aspekte mit einbringen. Am 10. Januar ist Schulbeginn (hier endet das Schuljahr im Dezember) und gemeinsam mit den Kinder möchten wir zum Thema Schule ein Stück erarbeiten.

Doch nun steht Weihnachten vor der Tür und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Zwei freiwillige Helfer verpacken während der ganzen Woche über Geschenk-Tüten für die Kinder. Kleidung, Spielzeug, Schmuck und Kleinigkeiten, die jedes Kind liebt: Sticker, Süßigkeiten, Seifenblasen-Dosen

Es ist ganz schön viel Arbeit, die zahlreichen Geschenke in die Tüten zu verteilen. Jedes Kind bekommt unterschiedliche Dinge, je nach Familienstatus. Ein Junge, Nemo, hat fast keine Familie mehr und erhält deswegen mehr Kleidung als die anderen.

 

 

 

Freitag:

Weihnachtslieder singend startet der Nachmittag. Marybeth spielt Gitarre, ein Kind trommelt dazu. Jingle Bells, und andere Weihnachtslieder werden gesungen. Mein Kostüm liegt bereit und ich schlüpfe hinein, mit Kissen in der Hose ausgestattet sehe ich aus wie Nikolaus.  Als die Kinder mich sehen, freuen sie sich und jubeln. Eine Freiwillige vom BNC ist meine Weihnachts-Elfe und reicht mir die Geschenke. Ich rufe die Kinder einzeln auf, viele kenne ich noch vom letzten Jahr und ich kann den einen oder anderen Witz machen. Sie lesen ihren Brief an Santa Clause und freuen sich über das Geschenk. Die Weihnachtsfeier klingt aus, Geschenke werden bewundert, Spielzeuge ausprobiert und es wird getanzt.

 

 

Erster Weihnachtsfeiertag in Ombili

Ombili ist ein Stadtteil von Katutura und bedeutet übersetzt Frieden.

Es war mir wichtig, den Kindern in Ombili, ein Weihnachtsessen zu ermöglichen, denn gerade in diesem Viertel gibt es sehr viel Armut. Samuel Kapepo leitet eine Suppenküche dort, die jeden Sonntag geöffnet ist. Er zeigt sich sofort begeistert, die Küche am 25. Dezember zu öffnen und für die Kinder einen Braai (Grillfest) zu organisieren.  Dank der Spenden konnten wir Würste, Brötchen, Süßigkeiten und Äpfel besorgen.

 

Ich kaufe mit ihm zusammen alles vor Ort, damit wir lokale Händler unterstützen. Mein Anliegen: Den Kindern ein paar unbeschwerte Stunden und ein schönes Essen zu bescheren. Ihnen Aufmerksamkeit zu schenken, mit ihnen zu spielen. Es braucht gar nicht viel, um Kids glücklich zu machen. Ich habe auch nicht vor als »Gut-Mensch« aufzutreten, sondern einfach, das zu teilen, was ich habe. Weihnachten soll ein Fest sein, für jeden. Lokale Helfer der Suppenküche sind dabei, Würstchen zu grillen, wir machen ein paar Spiele mit den Kindern und die Atmosphäre ist entspannt und voller Freude. Ich habe meine Freundin Sonja aus Deutschland mitgebracht, die gerade in Namibia Urlaub macht. Liebevoll widmet sie sich den Kindern.