Kunstschule in Klein

Der Traum von einer Kunstschule nimmt diese Woche Gestalt an – in der Dr. Frans Indongo Schule in Okhandja Park, einer Siedlung in Katutura.

Durch Hulda, die in der Community lebt und für die Organisation SCORE , arbeitet, ergab sich der Kontakt zu der Schule am Rande des Townships, in einer Gegend voller Wellblechhütten. SCORE veranstaltet Fußball- und Sportcamps für Kinder und versucht so, deren Leben zum Positiven zu verändern. Creabuntu möchte dies durch Kunst erreichen.

 

Erste Woche

 

Draußen bildende Kunst, innen Theater

 

Toiletten- und Zeitungspapier, Kleber und Draht. Mehr benötigt Elisia nicht für ihren Workshop. Unter einem Wellblechdach draußen im Schulgelände der Dr. Frans Indongo Schule beginnt für eine Gruppe Mädchen der Skulptur-Workshop. Das Thema: Namibische Ornamente und traditionelle Gegenstände.

Ein paar Meter entfernt zeichnet und skizziert eine Gruppe Jungs mit Hage. Das Thema: How to shape my Future - wie gestalte ich meine Zukunft.

Sie sollen frei werden und selbst etwas zeichnen, so Hage. Es entstehen Zeichnungen von Autos, Kühlschränken, einer Lodge und einem Klamottenladen; alles, was die Kinder in ihrer Zukunft gerne besitzen und erreichen möchten. Dass Mädchen und Jungen im Kunstworkshop getrennt sind, ist reiner Zufall.

Elisia weist die Mädchen an, erst ein Modell ihrer Skulptur zu zeichnen. Das Modell wird dann aus Papier geformt, später aus Draht.

Durch bildende Kunst lernen die Kinder und Jugendlichen etwas zu kreieren, selbst zu gestalten. Sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und in die Arbeit zu vertiefen.

  

 

Voller Energie ist die Gruppe, die sich für die Theater-Klasse mit Elzaan angemeldet hat.  Eine große Halle mit Bühne bietet hier den perfekten Rahmen. Die ersten Tage veranstalten wir Kennenlern-Spiele und Theaterübungen. Emotionen nur mit Mimik und Gestik darzustellen oder Zungenbrecher zu lernen. Das Ziel: Eine Aufführung am Ende der nächsten Woche.

 

 

Die Kinder bringen vieles mit; Probleme, Verhaltensweisen, Konzentrationsmangel. In den Hütten rund um die Schule leben sie.

Wie ist es, dort aufzuwachsen, in Wellblechhütten?

 

Kunstlehrerin Elisia berichtet von ihren Beobachtungen: Nach der Schule spielen und verbringen Kinder Zeit in einer „open society“, ohne klare Grenzen, Regeln und Strukturen. Kinder, die zur Schule gehen, spielen mit denen, die keine Schule besuchen und lernen durch sie ganz andere Regeln, Spiele und Gesetze. Oft vergessen sie, was sie vormittags in der Schule gelernt haben. Dies können Elzaan und ich im Theaterworkshop bestätigen, die Kinder zeigen sich oft vergesslich und unkonzentriert.

Theater für eine bessere Welt?
Theater kann auf Probleme hinweisen. Unserer Gruppe ist es ein Anliegen, auf Mobbing hinzuweisen. Durch Gespräche erfahren wir, dass dies ein großes Problem in der Schule ist. Das Problem Mobbing ist komplex und die Ursachen liegen oft in der Armut. Essen wird geklaut, so berichten die Kinder oft von Schülern, die anderen das mitgebrachte Essen wegnehmen.

 Mit unserem Theaterstück, möchten wir daraufhin weisen und anregen, etwas zu unternehmen. Das Problem: oft werden die Kinder von Eltern und Lehrern nicht ernst genommen. 

Ob sich das durch die Theateraufführung ändern wird? Wir werden sehen.

 

Jeder Workshoptag beginnt um 13 Uhr nach dem Unterricht mit einem Lunch, bestehend aus Erdnussbutter-Vollkornbroten und Obst.

Creabuntu dankt allen Spendern für ihre Gaben.