Fazit Creabuntu-Workshop

 

 

Mit der namibischen Theaterlehrerin Elzaan de Wee arbeiteten wir an zwei großen Theaterprojekten. Im Bernhard Nordkamp Center, einer Nachmittagsbetreuung in Katutura, und in der Dr. Frans Indongo Schule in Okahandja Park am Rande Katuturas. In beiden Theateraufführungen war das Thema Mobbing und Gewalt. Unabhängig davon hatten sich die Kinder und Jugendlichen nach Gesprächen dafür entschieden, denn es beschäftigt sie täglich.

So konnten die Theatergruppen für Mitschüler ein Beispiel geben und eine Botschaft gegen Mobbing vermitteln. Wir führten Konzentrationsübungen durch, da viele Kinder Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Die Kinder leben in einer offenen Gesellschaft: in der Schule lernen sie Regeln, in ihrem Umfeld gibt es diese jedoch oft nicht. Das führt zu zahlreichen Problemen, wie Konzentrationsschwierigkeiten.

Dieses Jahr hatten wir auch bildende Kunst auf dem Programm mit Künstlerin Elisia und Hage. Elisia zeigte ihrer Gruppe, wie man Skulpturen aus Pappmaché anfertigt. Von der Skizze, bis zum Drahtmodel über das Modellieren.

Hage brachte seiner Gruppe Zeichnen bei. In beiden Gruppen waren die Kinder und Jugendlichen konzentriert bei der Sache. Das Gestalten förderte die Fähigkeit, sich zu fokussieren. Die Skulpturen stellen traditionelle namibische Gegenstände dar. Hage zeichnete mit seinen Schülern Storyboards zum Thema Mobbing.

Nach Abschluss der Workshops mit Elzaan, Elisia und Hage reiste ich nach Swakopmund, um mir das School Project des Vereins Tangeni Shilongo e.V. anzusehen, in dem ich Mitglied bin. Das DRC ist eine Siedlung aus Hütten, die zum Teil nicht mal aus Wellblech bestehen, sondern aus Pappe und Holzlatten. Dort gibt es keine Schule, das Schulprojekt ist ein Auffangort für Kinder und Jugendliche, die keinen Schulplatz bekommen. Sie lernen dort Mathe und Englisch. Es wird Hausaufgabenbetreuung nachmittags angeboten und in der Bibliothek vor Ort können die Kinder lesen. Ich half eine Woche lang mit und war erschüttert von den ärmlichen Verhältnissen. Ich traf Lore Bohm, eine engagierte Rentnerin, die mehrere Kindergärten mit ihrem Verein kleine Engel e.V. in der Siedlung aufzieht. Ihre Arbeit beeindruckte mich und inspirierte mich, am Ball zu bleiben.

Anschließend ging zurück ins Bernhard Nordkamp Center (BNC), wo ich inzwischen „DIE Theaterlehrerin“ genannt werde.  Dort gab es Erfreuliches und Traugies:.

Glücklich war ich darüber, dass die Kinder in meiner Abwesenheit von sich aus geprobt hatten. Victoria, ein dreizehnjähriges Mädchen, schrieb ein Theaterstück, das sie unbedingt aufführen wollte. Wir probten gleich und ich konnte einige Szenen aus ihrem Theaterstück übernehmen. Unser Ziel: Eine Aufführung am Valentinstag. Im BNC habe ich meinen Platz als Theaterlehrerin.

Das Traurige: Marybeth verlässt im August das Land und somit auch das BNC, das sie aufgebaut hat. Nachdem sie zwei Jahre lang um eine Erneuerung ihres Visums kämpfte, haben sie und ihr Mann die Nase voll und reisen nach Mexico, wo sie als Entwicklungshelfer gebraucht werden. Ich kann mir das BNC ohne Marybeth nicht vorstellen und bin sehr traurig darüber.

Ein lokaler Verein wird übernehmen.

 

Fazit des Creabuntu-Projekts:

Wir werden auf jeden Fall weitermachen. Kinder müssen lernen sich auszudrücken, damit sie starke Persönlichkeiten werden.

Für uns sind auch die kleinen Erfolge wichtig. Wie zum Beispiel, wenn Kinder und Jugendliche sich überwinden vor Publikum aufzutreten oder Victoria von sich aus ein Theaterstück schreibt.

Creabuntu möchte gerne lokale Künstler vor Ort fördern und ihnen helfen, ihr Wissen weiterzugeben.

Themen wie Gewalt und Mobbing sollen intensiver angegangen werden und ein Bewusstsein dafür an Schulen und vor allem bei den Jugendlichen geschaffen werden.

 

In der nächsten Runde soll ein Buch entstehen, mit Geschichten und Fotos der Kunstwerke und eine größere Ausstellung.