Hilfsprojekt CREABUNTU Namibia

Kunstschule für Kinder und Jugendliche im Township

Unser Ziel

„Ich bin, weil du bist.“ Das besagt das südafrikanische Lebenskonzept Ubuntu und der Gedanke dahinter steht im Zentrum unseres Projekts: Es geht darum, durch Gemeinschaft stärker zu werden. Wir wollen im Township der namibischen Hauptstadt Windhoek einen Ort schaffen, an dem Kinder nach der Schule ein Mittagessen bekommen, wo sie in Ruhe ihre Hausaufgaben machen können und durch Theater- und Kunstkurse lernen, über ihren Tellerrand hinauszuschauen und völlig neue Möglichkeiten zu entdecken – in sich selbst und in anderen. Dieser Aspekt spiegelt sich ebenfalls im Projektnamen: Create heißt erschaffen und gestalten. Und in diesem Vorgang liegt große Kraft.

 

Aufwachsen im Ghetto

Es sind nur fünfzehn Minuten Autofahrt und dennoch landet man in einer anderen Welt: Von der akkuraten Innenstadt Windhoeks mit ihren grünen Hügeln, Palmen und Swimmingpools geht es ins Township Katutura, wo sich Müll kniehoch zwischen den Wellblechhütten auftürmt.

Katutura bedeutet übersetzt »der Ort, an dem wir nicht leben wollen«. Das Viertel entstand zu Zeiten der Apartheid, als die schwarze Bevölkerung aus der Innenstadt vertrieben wurde. Seither scheint sich nicht viel für die Bewohner geändert zu haben: Mehr als 20.000 Kinder leben hier und viele ihrer Familien kämpfen ums Überleben. Gewalt, Alkohol, Kriminalität und sexueller Missbrauch sind an der Tagesordnung.

 

Warum überhaupt Hausaufgabenbetreuung? Warum Kunst und Theater?

Die Zustände in den staatlichen Schulen Namibias sind nicht vergleichbar mit denen in Deutschland. Oft sind Lehrer abwesend, Sitzenbleiben gibt es nicht und so kommen Schüler trotz Wissenslücken weiter. Nach der Schule haben viele Kinder keinen Ort, an dem sie in Ruhe lernen könnten. Nachhilfe, ins Fußballtraining oder zum Musikunterricht? Fehlanzeige. Wenn die Familie darum kämpft, genug Essen auf den Tisch zu bringen, sind die Prioritäten anders. Dennoch bieten Bildung und Kunst eine einzigartige Chance, später einmal aus dem Township herauszukommen. Sie stärken das Selbstbewusstsein und geben den Kindern und Jugendlichen Werkzeuge an die Hand, um sich auszudrücken. So können sich starke Persönlichkeiten entwickeln, die für sich und andere einstehen und gemeinsam die Zukunft gestalten. Deshalb fördern wir mit Creabuntu Kreativität und Schulleistung. Zwei Mal im Jahr sollen Aufführungen und Ausstellungen zu bestimmten Themen stattfinden. Wir unterstützen mit dem Projekt außerdem namibische Lehrer und Künstler, indem wir Arbeitsplätze für sie im Nachmittagszentrum schaffen.

 

Wie alles begann

Creabuntu wurde aus der Idee geboren, Kindern und Jugendlichen, Selbstbewusstsein durch Theater und Kunst zu vermitteln. Elke Reinauer, Gründerin von Creabuntu, kam 2015 zum ersten Mal nach Namibia, um dort als Journalistin für die Allgemeine Zeitung zu arbeiten. Zurück in der Heimat ließen sie die Eindrücke aus Namibia nicht los. Sie beschloss, Kindern und Jugendlichen im Township von Windhoek Theaterworkshops zu geben. 2016 kam sie zurück nach Namibia und starte im BNC (Bernhard Nordkamp Center) und in der Dr. Frans Indongo Schule. Die Idee war geboren, Kindern eine Jugendkunstschule mit Nachmittagsbetreuung anzubieten, in der sie auch Nachhilfe bekommen.

Dass Ausdruck große Kraft verleiht, konnte Elke Reinauer als Kind und Jugendliche selbst erfahren. Ihre Schüchternheit überwand sie im Theaterspiel. Sie erfuhr selbst, wie sehr es das Selbstbewusstsein stärkt, aus sich herauszugehen. Sich auszudrücken, gibt einem Kind große Kraft. Es ist etwas, das man lernen muss. All das möchte Creabuntu Kindern geben: Fähigkeiten, um starke Persönlichkeiten zu werden, die sich ausdrücken können und für sich einstehen können.