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Premierenfieber und Weihnachtsaktion

Auch dieses Jahr organisieren wir wieder eine Weihnachtsfeier für benachteiligte Kinder im Township von Windhoek

 

Wenn in Europa die Adventskerzchen brennen und Weihnachtsmärkte locken, bereitet sich auch in Katutura, einem Township in Windhoek, eine besondere Feier vor. Doch während hierzulande der Überfluss regiert, leben die Kinder dort in Wellblechhütten – oft ohne das Nötigste. Wir wollen ihnen zeigen: Ihr seid nicht vergessen.

 

Mehr als eine warme Mahlzeit

Seit neun Jahren unterstützen wir mit unserem Projekt Creabuntu die Suppenküche in Ombili, einem Stadtteil von Katutura. Der Name ist Programm: eine Wortschöpfung aus «Create» (erschaffen) und «Ubuntu» (Gemeinschaft). Hier bekommen rund 300 Kinder nicht nur vor dem Unterricht eine warme Mahlzeit – hier dürfen sie auch Kinder sein.

Im örtlichen Gemeinschaftszentrum bieten die namibischen Lehrerinnen Paulina und Lahiah Theater- und Kunstunterricht an. Diese Angebote sind weit mehr als Zeitvertreib: Sie fördern Talente, stärken das Selbstbewusstsein und schenken Hoffnung in einem oft harten Alltag.

Ein Huhn, das fliegen will

Seit August läuft ein besonderes Projekt: Die Kinder gestalten selbst Puppen, schreiben ein Theaterstück und inszenieren es mit Unterstützung ihrer Lehrerinnen. Es geht um ein Huhn, das fliegen möchte. Was banal klingt, trägt eine tiefe Botschaft: Auch wer in bescheidenen Verhältnissen lebt, darf große Träume haben. Und selbst wenn man seine Ziele nicht sofort erreicht – mutig bleiben und weitermachen lohnt sich.

«Das Puppentheater war die Idee von Sebastian Umbach von unserem Partnerverein AGZ», erzähle ich. «Und sie wurde gut angenommen.» Am 8. Dezember feiert das Stück im Rahmen der Weihnachtsfeier Premiere. Sebastian wird vor Ort dabei sein, ich selbst erst im Februar nach Namibia reisen.

 

Kleine Geschenke, große Freude

Für die Weihnachtsfeier sammeln wir Spenden, um Überraschungspakete für etwa 300 Kinder zu packen. Darin: Seife, Zahnpasta, kleine Handtücher und frisches Obst. Dinge, die für uns selbstverständlich sind, bedeuten dort viel. Die Pakete werden von lokalen Ehrenamtlichen verteilt – damit jedes Kind ein würdevolles und freudiges Weihnachtsfest erleben kann.

Wie alles begann

Creabuntu entstand vor neun Jahren, als ich während eines Zeitungspraktikums Namibia kennenlernte. Was ich dort sah, ließ mich nicht mehr los. Ich gründete das Projekt, das heute unter dem Dach der Kids Soupkitchen läuft und vom deutschen Verein AGZ (Anti Gewalt Zentrum Harz) unterstützt wird. Vor Ort arbeiten ausschließlich namibische Ehrenamtliche.

Die Spenden fließen direkt dorthin, wo sie gebraucht werden – ohne Umwege, ohne Bürokratie. Und sie bewirken viel: Eine warme Mahlzeit, ein selbstgenähtes Puppentheater, ein Päckchen zu Weihnachten. Kleine Gesten mit großer Wirkung.